Meine Sherry-Philosophie
Der Markt verlangt angeblich nach neutralen, geschmacksarmen Sherries? Im Gegenteil.
Wer einmal einen Spitzen-Sherry getrunken hat, wird sich nie wieder mit billiger Supermarktware abgeben.
Ein gern gebrachtes Argument seitens der Bodegas, warum man Sherries mit standardisiertem Einheitsgeschmack produziere, ist der Konsument. Schließlich sei er es, der dies so wolle (mit dem Vermerk er sei zu dumm für unbehandelten Sherry...). Wohl eher eine Frage der Erziehung – wer jahrelang nur Industriegouda vorgesetzt bekommt, dem wird es auch bei einem Stilton die Haare aufstellen. Also letztlich doch ein Eigenverschulden der Bodegas in dieser Frage.
Aber es geht auch anders. Gerade in letzter Zeit tauchen immer mehr weitgehend unbehandelte Sherries, am Markt auf, die ohne Probleme ihre Liebhaber finden (mit dem Vermerk es gibt ja doch ein paar Einäugige unter den Blinden...) – und sie werden mehr.
Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, diese Weine aufzuspüren und auf dem deutschen Markt anzubieten.
Dazu habe ich viele Informationen über die Sherries, die Bodegas oder den besonderen Ausbau zusammengetragen.
Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen die Serie „La Bota de...“. Im Dezember 2005 kauften ein paar Sherryfreaks unter der Federführung von Eduardo Ojeda (technischer Direktor bei Valdespino), Jesús Barquín (Professor für Strafrecht eine Koryphäe in Sachen Sherry) und Alvaro Girón ohne komerziellen Hintergedanken den Inhalt eines alten Amontilladofasses und füllten ihn für sich und ein paar Freunde ab. Die Qualität sprach für sich, wie auch die Lobeshymnen in den einschlägigen Foren bezeugen. Es folgten nach und nach ausgesuchte Finos, Manzanillas etc. Nach wie vor, vor allem ein Projekt von Freunden für Freunde, gibt’s die Weine mittlerweile zum Glück auch in Mini-Mengen zum Export.
Frisch aus dem Fass
Die Weine (teils Einzelfassselektionen) kommen ohne Filtrierung (maximal Kaltstabilisierung) auf die Flasche und bieten den Konsumenten so die Erfahrung eines unbehandelten Sherry ex Fass in Reinkultur – sicherlich nicht jedermanns Geschmack, vor allem nichts für die Cola-Generation, aber Beispiele dafür, welch großartiger Wein Sherry sein kann. Und im Falle des Fino/Manzanilla auch dafür, welch Potential diese Weine hätten wenn man Sie nur lässt . Die Abfüllungen sind nummeriert, so dass der geneigte Kenner auch die Entwicklung der Solera verfolgen kann, wenn die nächsten Abfüllungen auf dem Markt erscheinen.
Bitte beachten Sie: Die hier angebotenen Weine sind Konzentrate, die alles im Überfluss haben, denn die Intensität entsteht durch die jahrzehntelange Reifung und/oder die ungewöhnlichen Ausbaumethoden
Wenn sie milde, sanfte Sherries suchen die ‚Everybodys Darling’ sind , sind sie bei mir nicht an der richtigen Adresse!
Bei weiteren Fragen zu den Sherryspezialitäten senden Sie einfach eine Email.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Recktenwald
Sherry-Botschafter / Sherry-Educator
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